Der Hype um Social Media und die oft fehlende Relevanz für den stationären Handel

Juli 9th, 2012 Geposted von Social Media Kein Kommentar

Facebook & Co.: Die Kunden wollen mehr als nur Gewinnspiele, Rabatte und Zugaben!

Das Thema Social Media ist ein Phänomen, denn es ist Hype und angsteinflössend zugleich. Insbesondere die extrem hohe Reichweite von Facebook hat die Wirkung des Apfels aus dem Garten Eden. Doch wozu führt das? Zu einer viel zu unkritischen Auseinandersetzung mit diesem aktuellen Thema. Vor allem für den margenschwachen Einzelhandel liegen hier Verführung und Vergeudung nah‘ beieinander. Wie meinen wir das? U.E. ist es mit dem mehr oder minder professionellen und ressourcenbindendem Betrieb eines Facebook-Profils nicht getan.

Denn die Relevanz von Händler-Botschaften, jenseits von Gewinnspielen / Zugaben / Rabatten, ist schwer herzustellen. Eine beliebige Stichprobe zeigt folgendes Bild:

  • Händler A: „Sommer Jackpot – mitmachen & gewinnen!“
  • Händler B: „Guten Morgen :-) Wer bis zum 30. Juni 2012 einen Samsung-Fernseher der Serie … bei uns kauft, erhält ein gratis Samsung Galaxy …“
  • Händler C: „LADIES DAYS: 20% auf alle … in unseren Filialen und im Online-Shop! Schnell weitersagen und teilen! Viel Spaß beim Shoppen!“
  • Händler D: „Vielen Dank für eure Teilnahme an unserem Gewinnspiel „Danke für 50.000 Fans“! Wir haben uns sehr über die zahlreichen Teilnehmer gefreut.“ 

Und die sonstigen typischen Posts sind völlig unspezifisch und austauschbar:

  • Händler C: „Die Spannung vor dem Viertelfinale steigt! Wie sieht Euer Tipp aus? Wir drücken unseren Jungs auf jeden Fall die Daumen und wünschen euch ein tolles Fußballspiel und ein schönes Wochenende.“
  • Händler D: „Bei uns im Büro klettern heute nicht nur die Temperaturen in die Höhe – auch die Vorfreude auf das anstehende EM-Halbfinale steigt von Minute zu Minute! Wir drücken der deutschen Elf die Daumen!“
  • Händler E: „Wir wünschen unserer deutschen Nationalmannschaft heute viel Glück im Halbfinale! Was denkt ihr, wer wird der „Top-Goaler“?“
  • Händler F: „So,Ihr Lieben … Wir machen uns jetzt auf den Heimweg,um unsere Jungs anzufeuern ;) was tippt Ihr für heute Abend?“ 

WOW …

Aber Social Media ist kein Mysterium, auch wenn es von vielen Spezialisten gerne zu einem solchen hochstilisiert wird. Es lohnt sich also, wieder einmal durch  die Brille der Kunden auf das Thema zu schauen und siehe da: es geht schlicht und ergreifend um Kommunikation – relevante Kommunikation.

Der wesentliche Unterschied zur bisherigen Handelskommunikation liegt dabei im Rückkanal begründet. Der Mensch (der Kunde!) nutzt Facebook nicht nur um Botschaften seiner Freunde & Co. zu empfangen, sondern insb. um selbst zu senden, um sich mitzuteilen. Und genau dieser Faktor wird in den oben aufgeführten Beispielen nicht berücksichtigt. 

Ausgerechnet das große amerikanische Fast-Food-Restaurant zeigt mit seinen Burger-Kreationen dem klassischen Handel, wie so etwas spannend funktionieren kann:

  • „Es steht fest: Der McPanther ist euer Mein Burger Sieger 2012. Wir gratulieren dem Sieger Duanne, und sagen Dankeschön an alle, die so zahlreich gevoted haben.“

Ein weiteres tolles Beispiel, ist der Facebook-Kleiderbügel bei C&A in Brasilien, wie vom SPIEGEL berichtet:

  • Mit „Gefällt mir“-Zähler hängt C&A-Brasil Facebook-Kleiderbügel auf: „Facebook-Bewertungen erobern die Offline-Welt: Die Modefirma C&A hat ihre Kleiderbügel mit einem digitalen Zähler ausgestattet, der anzeigt, wie häufig ein Kleidungsstück bei Facebook mit einem „Like“ versehen wurde. Vorerst hängen die „Gefällt mir“-Bügel allerdings nur in Brasilien.“

Hier wird deutlich, dass das Facebook-Potential und der Facebook-Mehrwert für den Kunden durchaus auf den POS übertragen werden kann und sich dadurch vor allem der allgemeinen „Rabattitis“ entzieht. Gerade diese Verzahnung aus »Online Social Media« und »Offline Social Experience« macht diesen Dialogkanal für die Kunden so spannend.

Wie kommt es, dass manch‘ Unternehmenslenker viel Kraft und Geld in den Aufbau und die Pflege seiner Marke steckt, um dann diese Arbeit über banale Social Media Maßnahmen zu konterkarieren? Dialog mit dem Kunden muss scheinbar neu erlernt werden. Dabei geht es vor allem um das Zuhören. Hören Sie genau hin, was Ihre Kunden sagen, wünschen, kritisieren. Dann wird Social Media zu einem sehr wertvollen Instrument um die Kundenbedürfnisse besser zu verstehen und zu befriedigen.

Liebe Geschäftsführer, Marketingleiter und Brand Manager: Nehmt Social Media als Marketing-Instrument ernst – und bietet echten Mehrwert. Eure Kunden werden es Euch danken.


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