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Jetzt im Check: das neue City-Konzept von IKEA in Hamburg-Altona

Juli 1st, 2014 Geposted von Allgemein, Kommentar, News 2 Kommentare
Ist ein City-Konzept für den die Peripherie liebenden Möbelhandel schlau oder unsinnig?

IMG_6472Mit großer Spannung wurde die Eröffnung vom neuen IKEA-City-Möbelhaus in Hamburg-Altona erwartet. Wie kann man auf deutlich reduzierter Fläche und über mehrere Etagen das IKEA-Prinzip präsentieren? Wird es nur ein Showroom? Oder nur ein großer Schnick-Schnack-SB-Markt? Gestern war es dann endlich so weit. Daher für Sie hier ein Quick-Check vor Ort:

Ganz konzeptgerecht bin ich nicht mit dem Auto, sondern mit dem Fahrrad hingefahren. Parken war also trotz Eröffnungstrubel kein Problem. Zudem begann für mich die Customer Journey im EG und so schien es von IKEA wohl auch gedacht. Zur Begrüßung gab es die große blaue Einkaufstasche geschenkt. Wer die gleich voll macht, hat für IKEA vermutlich schon einen guten Umsatz getätigt.

Die Frage, die mich am meisten neugierig machte, war: Showroom mit angeschlossenem Onlineshop oder großer SB-Markt? Klare Antwort: IKEA ist sich treu geblieben und bietet auch auf der verkleinerten Fläche beides an. Aber neu und standortgerecht zusammengestellt. Heißt: Ausstellung und SB-Bereich wechseln sich ab. Was zusammengehört, wird zusammen gebracht oder, wie es IKEA in seiner Family-Card-Eröffnungs-Einladung formuliert:

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In der Konsequenz bedeutet das natürlich, dass man seinen Einkaufswagen gleich zu Beginn mitnehmen sollte. Das macht dann auch den Männern Spaß, spätestens, wenn sie die Rolltreppe in das 1. OG nehmen müssen. Denn dort gibt es eine extra „Fahrspur“ für den Einkaufswagen. Hat man so noch nicht oft gesehen und macht Lust auf Ausprobieren.

Die Abwechslung zwischen Ausstellung und SB-Ware ist sehr gelungen. Ergänzt wird das durch spannende Einzelteil-Inszenierung in Holzcontainern, die übrigens auch für die Schaufensterdekoration genutzt werden:

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Besonders bemerkenswert an diesem Konzept ist, dass IKEA den Fehler anderer Möbelhändler vermeidet, nämlich: im EG ein lebhafter SB-Bereich und im 1. und 2.OG tote Ausstellungsräume. Stattdessen sind alle Etagen gut besucht, denn jede schafft Relevanz durch Ausstellung + SB + Gastronomie. So ist im 1.OG auch das gewohnte Restaurant und im 2. OG sogar die Möbel-SB-Halle in deutlich verkleinerter Form vorhanden, inkl. Fundgrube, Smaland, Schwedenshop und Hot-Dog-Station. Auf Ebene 3 und 4 dann die Parkplätze.

Aber ich bin ja nun mit dem Fahrrad da. Bedeutet das, dass ich außer ein paar Servietten nichts kaufen kann? Weit gefehlt. Das auffälligste und vielleicht bedeutendste Merkmal dieses City-Konzeptes ist, dem Kunden den Einkauf so schmackhaft wie möglich zu machen. Es gibt gefühlt 1000+1 Möglichkeit, die Ware mitzunehmen oder nach Hause bringen zu lassen. Und IKEA kommuniziert diese Optionen an jeder 2. Ecke: Gleich im EG im Antritt des Möbelhauses gibt es eine prominent platzierte Wand mit Informations-Handzetteln für die Transport-Optionen:

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Im Laden selbst gibt es quasi alle 20m eine große Kommunikationswand zur Bewerbung der Transport-Flexibilität:

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Aus folgenden Transport-Alternativen kann der Kunde wählen:

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Natürlich hat dieses IKEA-Möbelhaus ein kleineres Angebot als das, was man sonst kennt. Und natürlich kann man auch jeden anderen Artikel bestellen. Aber IKEA versucht erstmal so viel Sofort-Kauf, Sofort-Mitnahme zu erreichen, wie möglich. Addiert man die vielen Beratungsecken, z.B. zur Küchenplanung hinzu, ist das neue IKEA in Hamburg-Altona eine spannende Mischung aus Inspiration, Impuls, Zielkauf, Beratung, Bestellung, Mitnahme und natürlich Gastronomie.

Wenn man an den Werbespot von home24 denkt, der nachvollziehbar damit wirbt, dass die Möbelhäuser doch immer am „A… der Welt“ liegen, dann hat IKEA für dieses (Vor-) Urteil hiermit eine interessante und vielversprechende Antwort gefunden: „Möbel kauft man nicht mehr am A… der Welt sondern Online“ oder im IKEA-Altona! Sollte ein profitabler Betrieb im langen Rennen möglich sein, dann kann man fest davon ausgehen, dass IKEA hiermit ein neues, expansionsfähiges Filialformat gefunden bzw. entwickelt hat. Wir werden das hautnah verfolgen und insb. in den nächsten Wochen und Monaten die Besucherfrequenz immer wieder mal beobachten.

Für alle handelsinteressierten Hamburger und Besucher dieser schönen Stadt: Ein Trip nach Altona lohnt sich! Und auch wir arbeiten mit einem unserer Kunden aktuell an einem City-Konzept ganz in der Nähe vom neuen IKEA.

Bleiben Sie neugierig!

Ihr KundenbüroHH

_für erfolgreichen Handel 2.0

 

 

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2 Kommentare

Hallo Herr Nolte,

sehr interessante Geschichte, wundert mich nicht das Ikea so etwas probiert, es gibt ja im Zentrum von Hong Kong schon einen Ikea-Möbelladen, wobei man diesen wahrscheinlich nicht mit dem HH Konzept vergleichen kann.

Bin schon gespannt wie die Story weitergeht.

Beste Grüße aus der fernen Oberpfalz.

Ado Nolte sagt:

Hallo Herr Geiss,
leider war ich zuletzt in 2008 in HongKong, daher kann ich nicht vergleichen…
Viele Grüße zurück!

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