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Mobile Payment im deutschen Handel? Geht doch…

Januar 12th, 2017 Geposted von Allgemein, Digital Retail, POS 1 Kommentar

Mobile Payment LEHStatus Mobile Payment in Deutschland

Mobile Payment, also die Bezahlung am POS mit dem Smartphone, wartet seit geraumer Zeit auf seinen Durchbruch – insb. in Deutschland. Während Apple mit Apple-Pay in USA und Großbritannien den Markt entwickelt, fehlt diese Initiative in Deutschland noch. Hinzu kommt, dass die Konsumenten hier im Lande lt. Umfragen erhebliche Vorbehalte haben bzgl. der Bezahlung per Handy. Als Gründe werden immer wieder die Sicherheitsbedenken bzgl. der übertragenen Daten u.ä. genannt.

Der Kunde zahlt heute schon bargeldlos

Diese Einstellung ist aber sehr emotional behaftet und nicht unbedingt faktisch begündet. Was gerne vergessen wird: Die Kunden zahlen heute schon extrem häufig bargeldlos – und Mobile Payment ist nichts anderes als bergeldloses bezahlen. Man bezahlt per Kreditkarte, per EC-Karte, per PayPal, per Amazon, usw. Das immer weiter steigende Umsatzvolumen von Amazon bzw. des E-Commerce insgesamt macht deutlich, wie egal den Kunden in Wirklichkeit ihr Bargeld ist. Neue Services wie z.B. Car2Go können sogar nur bargeldlos und mittleweile sogar nur per Smartphone betrieben und bezahlt werden.

Das Thema Mobile Payment ist also schon angekommen und wird m.E. unaufhaltsam an Bedeutung gewinnen und sich zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor im Digital Retail entwickeln. Daher wollte ich mal ein Gefühl dafür entwickeln, wie sich das Bezahlen per Smartphone im Alltag anfühlt und habe in den letzten Wochen alle Mobile Payment Optionen genutzt, die mir angeboten wurden. Neben Car2Go und DriveNow ist da vor allem das Bezahlen über die Starbucks- und die Payback-App zu nennen. Dabei lassen sich auch schon 2 Systemunterschiede ausmachen:

Mobile Payment im Praxistest

img_0316Bei Starbucks muss man die App mit einem Guthaben aufladen. Das ist nicht ideal, da man entweder zu viel oder zu wenig Guthaben für den tatsächlichen Einkauf hat. Dadurch muss man entweder beim Bezahlvorgang erst umständlich „nachladen“ oder es ruht ein Guthaben für eine unbestimmte Zeit in der App bzw. im Starbucks-Kundenkonto. Das Prinzip der PrePaid Karten gibt es schon in den Fussball Stadien und ist bereits dort auf immensen Widerstand gestoßen. Einen Sicherheitvorteil sehe ich nicht, da man auch das Aufladen innerhalb der App löst.

Bei Payback hat man schon mal den Vorteil, an mehreren Verkaufsstellen mit der App bezahlen zu können: bei Alnatura, dm, Real, Galeria Kaufhof und Aral. Das ist praktisch, da man dann nur einmal verstehen muss, wie man die App zur Bezahlung bedient. Störend ist hier nur, dass alle per QR-Code Scanning abkassieren bis auf Aral, wo der Vorgang per NFC-Chip funktioniert und somit im Moment nur per Android. Eine Einheitlichkeit wäre wünschenswert. Bei Payback liegt ein in der App hinterlegtes Lastschriftverfahren zugrunde, wodurch nur genau so viel abgebucht wird, wie zur Bezahlung notwendig.

Mobile Payment hat eigentlich nur Vorteile

Das Mobile Payment im Handel noch in den Kinderschuhen steckt, merkt man am Personal dieser Verkaufsstellen. In der Regel musste ich dem Personal an der Kasse erläutern, dass man mit dem Smartphone bezahlen kann und wie das funktioniert. Aber die Vorteile liegen auf der Hand. Für den Händler entfällt vor allem das Bargeldhandling. Sollte irgendwann das Bargeld überflüssig werden, entstehen dem Händler echte Kostenvorteile. Für die Kunden liegt der Vorteil perspektivisch in der „Abschaffung“ des Geldbeutels. Denn auch Personalausweis und Führerschein sind ohne weiteres digitalisierbar. Das Handy hat heute sowieso jeder bei sich, insofern kann man heute 2 Wertgegenstände verlieren: Smartphone und Geldbeutel. Ab „morgen“ hat man dann nur noch auf sein Smartphone zu achten. Und dies kann man, im Gegensatz zum Geldbeutel, zumindes per Zugangscodes bis zu einem gewissen Grad absichern und elektronisch ggfs. sogar „auffinden“.

Mobile Payment gehört die Zukunft

Meines erachtens ist das Thema Mobile Payment nicht aufzuhalten. Es kommt im Moment zwar nur langsam in Gang, aber ich bin sicher, dass das an Fahrt aufnehmen und sich durchsetzen wird. Allerdings müssen auf der einen Seite die Smartphone-Hersteller bzw. Software-verantwortlich weiter aktiv dazu beitragen: Möglichst hohe Sicherheit der Daten mit entsprechenden Passwort- oder Code-Schutz, verschlüsselter Übertragung, usw. (wobei die Verantwortung zur richtigen Konfiguration dieser „Walls“ immer beim Kunden liegen wird). Und eine praktikable Lösung was der User machen kann, wenn der Akku seines Handys in die Knie geht. So sollte jede Kasse in Zukunft auch eine Schnell-Ladefunktion für alle Hardware-Geräte vorhalten. Vermutlich wird sich hier USB-C als Anschluss durchsetzen. Auf der anderen Seite müssen die Händler mehr Initiativen im Digital Retail entwickeln und in ihre Kassensysteme investieren, um diese NFC und QR-Code-Scan-fähig zu machen.

Android PayFazit:
Mir macht es Spaß mit dem Smartphone zu bezahlen, da ich insb. das Wechselgeld / viele Kleingeld nicht leiden kann, da es den Geldbeutel dicht und schwer macht. Und ich kann jeden Einkauf über meinen Kontoauszug detailliert nachvollziehen. Also Apple und Google: hermit Apple- und Android-Pay!

Viele Grüße

Ihr KundenbüroHH – Digital Retail Specialists

Fotocredits:
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