QR-Codes als Quick-Win für den stationären Handel-2.0 ?

August 1st, 2012 Geposted von POS Kein Kommentar

Kann der stationäre Handel kurzfristig mehr Umsatz am POS mit QR- oder Webcodes erzielen?

Das derzeit am stärksten gehypte Thema zum Handel 2.0 ist sicherlich der mobile commerce. Und daher werden auch wir an dieser Stelle diesen neuen Vertriebskanal immer wieder beleuchten. Heute starten wir mit einem echten Cross-Channel-Thema: QR-Codes am POS.

Alle Fachzeitschriften und einschlägigen Blogs haben begeistert von Tesco’s Initiative in Asien berichtet, bei der man durch Scannen von QR-Codes, die unter Produktabbildungen auf Plakaten aufgedruckt waren, die Ware nach Hause bestellen konnte. Diese Idee wurde dann testweise sogar von der norddeutschen Drogeriekette Budnikowsky aufgegriffen.

Dabei muss man neidlos anerkennen, dass diese Idee der Tesco Marketeers klasse war – weil so einfach und auf der Hand liegend.

Interessanterweise hat aber, nach unserem Kenntnisstand, noch kein Händler diese Idee auf noch viel konsequentere Weise und im großen Stile umgesetzt. Nämlich durch das Einsetzen von QR- oder Webcodes in den Schaufenstern der eigenen Läden. Dabei meinen wir hier nicht die durchaus häufig verwendeten Kampagnen-QR-Codes, sondern QR-Code als Direkteinsprung zum präsentierten Artikel im Online-Shop. Denn diese eignen sich hierfür ganz besonders:

1. Noch immer flanieren Passanten, trotz der mittlerweile großzügigen Öffnungszeiten-Regelung, an den Schaufenstern geschlossener Läden vorbei und lassen sich von der präsentierten Ware inspirieren. Obwohl viele Großstädte bis 20:00 Uhr geöffnet haben, werden in Städten wie z.B. Münster bereits ab 19:00 die meisten Geschäfte geschlossen. Dabei hatte ich selbst schon oft Produkte entdeckt, die mich angesprochen haben. Vom Sonntag ganz zu schweigen.

2. Die Händler in den Innenstädten, insb. in den 1a-Lagen und ganz besonders die Fashion-Händler, investieren viel Kreativität, Mühe und Geld um ansprechende und vor allem verführende Schaufenster zu gestalten. Gerade bei geschlossenen Läden entfalten die Fenster ihre Wirkung, da sich die Passanten viel intensiver mit ihnen beschäftigen.

3. Der Kunde bzw. Passant hat durch Betrachten eines Artikels im Schaufenster eine viel bessere Vorstellung von Farbe, Form, Schnitt, Größe, etc. als anhand eines Fotos im Online-Shop. Die Kaufentscheidung findet somit auf sichereren Füßen statt.

Anhand des Fashion-Handels möchten wir diskutieren, wie so eine Lösung für die Kunden attraktiv und relevant werden kann:

Auf den Preisschildern oder als zusätzliches Element kann ein QR-Code am Artikel angebracht werden. Sollte dieser, aufgrund der Entfernung, nicht scanbar sein, sind max. 4-stellige Webcodes eine gute, wenn auch 2-stufige, Alternative. Der Kunde kann jetzt direkt den präsentierten Artikel in der gezeigten oder auch in einer alternativen Farbe und Größe kaufen und muss sich nicht durch den Webshop wühlen. Oder er kann schnell feststellen, ob der Artikel in seiner Farbe und Größe in diesem Laden überhaupt verfügbar ist … und sich daher ein erneutes Vorbeikommen bei geöffnetem Laden lohnt.

Besonders spannend wird es, wenn ein komplettes Outfit zu einem Vorteilspreis angeboten, der nur via Schaufenster-Code erhältlich ist. Das Fenster bietet in diesem Beispiel einen Outfit-Code für z.B. T-Shirt / Hose / Pulli an, bei dem ein Preisvorteil von z.B. 20% gegenüber dem Einzelkauf der Artikel hinterlegt ist.

Dabei wird der Cross-Channel-Vorteil sowohl für den Online-Shop aber auch für die stationären Läden und insb. für die Kunden noch größer, wenn der Kunde wählen kann zwischen …

_ sofort kaufen und nach Hause liefern lassen,

_ sofort kaufen und in der Filiale abholen um Versandkosten zu sparen,

_ sofort für 48h zum Kauf und Abholung in der Filiale reservieren.

Der Kunden-Mehrwert kann weiter gesteigert werden, wenn bei „sofort kaufen und in der Filiale abholen“ ein zusätzliches „nach Ladenschluß-Zuckerl“ angeboten wird, wie z.B. „jetzt kaufen und bei Abholung gratis einen hochwertigen Kleiderbügel aus Holz sichern“.

Für den Händler wird es zudem besonders interessant, wenn der QR-Code auch einen Rückschluss auf die auslösende Filiale ermöglicht. Dies setzt natürlich eine entsprechende Funktionalität im Online-Shop voraus, bei der vor einer Produktauswahl die jeweilige Filiale definiert worden ist.

Dieses Beispiel lässt sich ohne Weiteres auf andere Branchen, wie z.B. den Schuh- oder Elektronikhandel, übertragen. Daher freuen wir uns jetzt über viele Kommentare und Anmerkungen: lässt der stationäre Handel derzeit eine einfache und sogar preiswerte Chance liegen, seine stationäre Stärke in seinen Online-Kanal zu verlängern … oder nicht?

_für erfolgreichen Handel 2.0

 

Tags: , , , ,

Bisher kein Kommentar. Seien Sie so nett und schreiben einen!

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail Adresse wird nicht geposted.This is a required field!

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen